Veröffentlichungen - Mila Sommerfeld

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Ein prachtvolles Kaufhaus, eine einflussreiche Familie und eine junge Frau zwischen Liebe und Verpflichtung - Eine Familiensaga in Zeiten des Aufruhrs
Würzburg, 1933: Als Katharina von ihrer großen Liebe Joseph ein Eheversprechen erhält, ist sie überglücklich. Doch nach Ausbruch des Krieges flieht Joseph, der Jude ist, aus Angst vor der Verfolgung der NSDAP in die Schweiz. Katharina muss ihren Geliebten schweren Herzens gehen lassen, da ihr Vater als Partei-Mitglied eine solche Verbindung niemals billigen würde. Stattdessen übernimmt sie Josephs Kaufhaus mit dem Vorsatz, es bis zu seiner Rückkehr zu führen. Als sie jedoch durch einen Brief erfährt, dass Joseph in der Schweiz eine andere Frau geheiratet hat, bricht ihre Welt zusammen. Um den Schmerz über den Verlust ihres Geliebten zu stillen, bringt sie das Kaufhaus mit der Hilfe ihrer Schwestern zu neuem Glanz. Doch dann steht Joseph nach dem Krieg plötzlich vor ihrer Tür und fordert das Kaufhaus zurück …
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Im Juni 2017 wurde ihre Geschichte „Magda und Kathi“ zum Thema „Dämmerung“ vom Autoren Verband Franken veröffentlicht.

Darin vergrault die besitzergreifende Kathi die Freunde ihrer Zwillingsschwester, ohne dass es Magda bewusst wird. Erst als ihr das Vorgehen Kathis dämmert, kommt es zu einem großen Unglück.


Vorwort der Herausgeber: Dr. Norbert Autenrieth, Gerhard Goldmann

Wenn ich an Franken denke, fällt mir beinahe als Erstes das fränkische Licht ein. Nach dem Wein natürlich. Die Abendsonne hoch über den Rebhängen des Mains, das Blau des Himmels hinter den Türmen von Rothenburg, das glitzernde Band der Regnitz zwischen grünen Wiesen und die beißende Helligkeit des Schnees auf den Kuppen und Hängen des Frankenwaldes.
Wobei in diesem Landstrich die Nacht genauso ihren Reiz hat. Mit Sternen garniert in den Eichenwäldern des Spessarts, durchbrochen vom Schein der Laternen in den Gassen von Seßlach oder durchbohrt von den Spots der Halogenleuchten, die die Klöster Vierzehnheiligen und Banz in strahlende Märchenschlösser verwandeln.
Doch in diesem Buch geht es um die Zeit genau dazwischen, um die kurze Spanne zwischen Tageslicht und Dunkelheit. „Dämmerung“, so heißt das Leitmotiv des Schaeff-Scheffen-Preises 2017...

Leseprobe:

Magda und Kathi

Die Straßenbahn fuhr durch die Nacht. Das gleichmäßige Geruckel machte Magda schläfrig. So war es meist, wenn sie vom Spätdienst aus dem Marienstift heimkehrte. Außer ihr saßen drei Fahrgäste in der Linie Eins, einer direkt hinter ihr. Der Kerl atmete ihr in den Nacken, tippte ihr auf die Schulter und beugte sich zu ihrem Ohr vor. „Wo geörscht hie? Oda bist a Neigschmeckta?“ Sein Atem stank nach Bier. Magda sank tiefer in den Sitz. Hoffentlich löste der Typ sich in Luft auf!
„Dann red mer hald a annersch Mal“, meinte er. „Bist eh öfters da.“ Am Sandering stieg er aus.

Nun konnte sie Christians Brief in Ruhe lesen. Sie suchte ihn in der Handtasche. Er war nicht da. Sie war sich sicher, ihn eingesteckt zu haben. Egal. Sie kannte ihn bereits auswendig. Er schrieb, er wolle ihr einen Stern vom Himmel holen und ihn über ihrem Bett festkleben. Dort solle er für sie strahlen. Ihr wurde innerlich warm. Sie könnte jetzt in Christians Armen liegen, aber sie hatte das heutige Treffen mit ihm abgesagt, weil Kathi krank war. Kathi klagte  über Bauchschmerzen. Merkwürdig! Sie strotzte doch sonst vor Kraft.

Magda schloss vorsichtig die Wohnungstür und spitzte in Kathis Zimmer. Die Nachttischlampe brannte, spendete dämmriges Licht, weil ein Tuch darüber lag. Kathi hasste doch Dämmerlicht! Es täusche Gleichheit vor, wo keine sei. Magda mochte es. Das Licht zeichnete Kathis Züge weich.
Kathi lächelte sogar im Schlaf. Das gleiche Lächeln; wie ihres, das gleiche Gesicht, ihr Zwilling.

Kathis Wangen waren gerötet wie nach einem Spaziergang an der frischen Luft. Hoffentlich war das kein Fieber! Sie legte ihr die Hand auf die Stirn, da schlug ihre Schwester die Augen auf. Magda zog die Hand weg. „Entschuldige, ich wollte dich nicht wecken. Du siehst so erhitzt aus.“
Kathi winkte ab: „Es geht mir gut. Mir ist nur warm, weil ich die ganze Zeit über im Bett liege.“„Ich habe dich drei Mal angerufen, du bist aber nicht ans Telefon.“
„Hab geschlafen und wohl nichts gehört.“Magda zeigte Kathi einen Bocksbeutel. „Den habe ich heute von Frau Dotzel geschenkt bekommen. Sie meinte: ,Bist fei a Nette, aber jeden Dag stimmungsmäßig annersch druff. Kathi, du musst unbedingt freundlicher sein, sonst fliegen wir auf!“
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ISBN 978-3-8260-6270-4



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2011 erschien ihre Vorlesegeschichte „Traumland“ im Schwabbauer Verlag.
Darin beschafft sich der Sandmann den gestohlenen Sand wieder, indem er dem Bösewicht eine Falle stellt.
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